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Festival: Wacken Open Air 2006

Mittwoch 02.08.06

Abreise nach Wacken. Christian und Sebastian sammelten mich (Pete) bei mir auf und dann ging es los nach Wacken, aber zuerst sollten wir uns noch mit Lars, an der Autobahnauffahrt Potsdam/Nord treffen. Soweit so gut wir natürlich pünktlich am Treffpunkt (Punkt 11 Uhr), aber kein Lars in Sicht. Na gut bisschen warten ist in Ordnung…
Nach 15 Minuten warten, habe ich dann Lars angerufen, der am Telefon mir nur entgegnete: „5 Minuten noch!“. Daraus wurden dann mal eben 10 Minuten aber auch egal. Am Treffpunkt wartend, hielten wir alle nach Lars seinem roten Flitzer Ausschau, aber da kam einfach kein rotes Auto. Als dann plötzlich ein silber-grauer A4 auf uns zukam, wunderten wir uns schon ein wenig (hmm Lars im Lotto gewonnen oder was?!?). Lars hatte schon erwähnt, dass er nicht allein kommt, aber als dann Lars seine Mutter aus dem Auto ausstieg, waren wir alles erstmal erstaunt. Aber aufgeschlossen und tolerant wie wir nun mal sind, ging es ans „Tach“ sagen und Route besprechen. OK Lars seine Mutter hört Metal, nicht schlecht. Nach der Lagebesprechung konnten wir uns endlich los machen. Geplant war eigentlich glaube ich 1 Pause oder so, aber naja ich glaube Lars war undicht. Nach einem Werbegespräch mit Lars über GRANUFINK ging es denn nach Wacken. Endlich angekommen, naja sagen wir noch ein paar Kilometer entfernt, kam schon der erste Wacken-Stau. Die Polizei – oder besser gesagt der Zoll – ließ es sich natürlich nicht nehmen uns rauszufischen und den Wagen zu kontrollieren, mit den üblichen Fragen wie „Haben sie Betäubungsmittel im KFZ?“ untersuchten sie gründlich Christians Wasserpfeifen, aber naja das kennt man ja als langhaariger Wasserpfeifenraucher. Und dann war es soweit Ankunft auf dem Wacken-Open-Air Gelände. Die Einweiser machten ihren Job, und wir hatten schnell unseren Zeltplatz. Zeltplatz H. Nachdem alle Zelte standen machten wir uns auf zum Festivalgelände. Erkundungstruppen strömten alle Richtung Bühne. Gut alles sah wie letztes Jahr aus. Dann kam auch schon das erste Konzert-Event auf uns zu. Wir konnten uns natürlich nicht nehmen lassen uns das zu Gemüte zu führen.

W:O:A Firefighters

Ja wir der Name schon sagt, ist das die örtliche Heavy Metal freiwillige Feuerwehr Kapelle des Todes…

Mit schwungvollen Ansagen des Bandleaders wie „Wacken Heavy Metal RAHHH“, schmetterte die betagte Kapelle auch ihren ersten Burner raus, der Klassiker „Rosamunde“. Die Menge tobte und wir headbangten zu den Smashhits. Das war mal eine verdammt teuflische Folk Band.

Den Abend haben wir dann mit Bier, Punkerzahnpasta und Grillen bis tief in die Nacht ausklingen lassen.

Donnerstag 03.08.06

Geweckt von der warmen Zärtlichkeit der Sonne, ging es in den Donnerstag, nach wenigen aber erquickenden Stunden Schlaf. Donnerstag war der eigentliche Auftakt des Festivals, aber nachdem wir die Running Order mehrfach studiert hatten, war klar nur Bockmist am Donnerstag, bis auf eine Band: Transilvanien Beat Club. Diese Band wurde aus mehreren Bands zusammen gewürfelt wie z.B. Eisregen und Ewigheim. Gut soweit so gut, die Abendplanung war eigentlich klar, also hieß es nur noch durchhalten und Bier trinken.

19:40 – Transilvanien Beat Club

Um 19:15 Uhr war es denn soweit, Aufbruch zum Konzert. Angekommen am Festivalgelände bot sich uns ein erschreckendes Bild, Menschen – verdammt Menschen. Aber naja gut mal schauen wie es in der Zeltbühne aussieht…

Kleiner Rückblick zu W:O:A 2005:
Es war der letzte Abend, strömender Regen, bitter kalt, und alle wollten ins Zelt, es war so grausam, alle drängten rein, Leute fielen in die Pissrinne neben dem Zelt, alle wollten zu Endstille, und da dachten wir es ist voll, verdammt voll.
Kleiner Rückblick zu Ende.

Ja so war das damals, aber wir hatten das jetzt schon am ersten Tag, wo soll das nur enden? Nachdem wir dann versucht hatten, uns in die Menge zu drängeln, wurde uns ziemlich schnell klar, kein durchkommen. Also versuchten wir ein wenig der Musik zu lauschen, aber versaute uns eine seltsam klingende Band auf der True Metal Stage. Dort spielte gerade die Michael Schenker Group. Schlecht sehr schlecht, mehr sag ich dazu nicht. Die übertriebene Lautstärke auf der True Metal Stage ermöglichte es nicht der Band im Zelt zu lauschen. Aber naja Bier trinken auf dem Zeltplatz und Grillen hat ja auch was…
Christian packte natürlich wieder die ShiSha aus und ab ging es, das Andampfen.

Freitag 04.08.06

Und wieder war ein Tag und eine zu kurze Nacht vorbei, denn der Freitag begann für uns gleich zu früher Morgenstunde.

11:00 Uhr – Mystic Circle

Also ging es nachdem Frühstück ab zum Festivalgelände. An der Blackstage angekommen, ging das Konzert auch pünktlich los. Die Erwartungen die ich hatte waren gemischt, denn die alten Mystic Circle Alben waren toll, aber das neue „The bloody path of god“ ist mal Grütze, aber naja. Zum Glück für die Band spielten sie eine Mischung aus alten Tracks mit neuen Tracks. Die alten Songs waren alle samt cool, und einige in der Menge fingen trotz Müdigkeit an zu headbangen. Obwohl sich Mystic Circle nicht haben nehmen lassen ihren Dreckssong „Open the gates of hell“ zu spielen, war es ein geiler Auftakt am diesem Freitag. Nach Mystic Circle spielte auf der True Metal Stage „Wintersun“. Zu dieser Band mal ganz knapp. Viel zu laut auf der Bühne vom Sound her, und auch ein wenig zu, naja ich sag mal, zu Clean Vocal lastig, also nichts für mich. Also ging es ab zum Zelt und nen Happen essen.

15:00 Six Feet Under/Ektomorf

Nachdem Mittag ging es dann direkt wieder zur Bühne, denn Six Feet Under war für 15:00 Uhr geplant. Schon auf dem Weg zur Bühne, erblickten wir wieder, wie am Donnerstag, diese Menschenmassen. Und natürlich wollten die alle zu Six Feet Under. Da wir die Band schon ein paar Mal gesehen haben, dachten wir uns gurken wir mal zur Partystage und hören mal in Ektomorf rein. In der Vergangenheit hatte ich Ektomorf als eher schlechte Sepultura Revival Band in Erinnerung aber der Auftritt bestätigte sich die Tendenz die ich beim Konzert in Berlin bewundern durfte. Extreme Massenanheizer mit sau geiler Musik. Dass die Musik dem alten Sepultura Stil ähnelt, kann man der Band schon verzeihen, denn was diese Band an Stimmung und Energie auf der Partystage rüber gebracht hat, war schon der Knaller. Da konnten wir uns natürlich nicht nehmen lassen unsere Nackenmuskeln zu strapazieren.

17:30 Soilwork

Da wir keine Lust hatten wegen 2 Stunden wieder zum Zelt zu latschen und dann wieder runter sind wir gleich an der Partystage sitzen geblieben und haben auf Soilwork gewartet. Ich persönlich muss zugeben, dass ich die Band vor dem Auftritt bei Wacken nicht so sehr mochte, aber das hat sich ja seitdem geändert. Denn der Energie die Ektomorf auf der Bühne verbreitete legte Soilwork noch eins drauf. Sie spielten nur geile Songs von Anfang des Konzerts bis zum Ende. Zwischendurch gab es dann noch einen kleinen Zwischenfall. Ein von denen die Moschen waren vorne, kam zum Mischpult wo wir standen und wollte sich wohl mal kurz ausruhen, da ist mir aufgefallen, dass er wie ein Schwein blutete, naja was heißt aufgefallen das ist wohl jedem ins Gesicht gesprungen außer ihm selbst. Nachdem er seine Blutung gestoppt hatte, ging er wieder nach vorne ins Getümmel. Alles in allem ein klasse Konzert.

20:00 Korpiklaani

Kommen wir nun zum meinem Haupt-Act auf dem W:O:A’06 – Korpiklaani. Eigentlich kann man sagen, ich habe mir Soilwork nur „angetan“ um mich für Korpiklaani in der ersten Reihe zu positionieren. Aber Soilwork war echt geil, also war das warten nicht so schlimm. Soweit so gut, direkt nachdem Ende des Konzerts sind wir (Christian, Sebastian und ich) nach vorne und haben uns an Gitter in der ersten Reihe gestellt. Nun hieß es warten bis 20 Uhr. Aber das verging schneller als gedacht. Zwischendurch kam noch son Knilch lang der jeden nach seinem Namen fragte und dann einen auf Runenschriftmaler gemacht hat und dir was auf den Arm pinselte, aber naja der Typ war ganz lustig, und mein Arm nu voller komischer Zeichen. Und dann war es endlich soweit der Soundcheck begann und kurz darauf begann auch das Konzert. Korpiklaani hat alle geilen Songs ihrer letzten 3 Alben gespielt und für eine ordentliche Party in der Menge gesorgt. Und falls es Korpiklaani Songs auf die Wacken DVD schaffen sind Christian und ich auf jeden Fall zu sehen, denn wir standen wie gesagt direkt in der ersten Reihe und die Kamera immer direkt auf uns gerichtet, also auf unsere Haare zumindest. Das Konzert war dann auch schon leider wieder vorbei und es war das beste, was ich jetzt im Nachhinein sagen kann, Konzert des W:O:A’06.
Nach Korpiklaani spielten dann Children of Bodom, aber da haben wir nur 2 Songs gesehen, aber der Bericht kommt vielleicht noch wenn Lars noch ein paar ergänzende Worte für mich hat.

So nun hieß es Kräfte tanken für Amon Amarth, die um 2:00 Uhr morgens spielten.

2:00 Uhr – Amon Amarth

Nach fast 5 Stunden ShiSha rauchen und Bier trinken, hieß es denn endlich auf zum „Haupt-Act“ des Abends, laut Veranstalter zumindest. Angekündigt wurde das Konzert in der Presse damit, dass bei dem Konzert eine bis dato nie da gewesene Wikinger Show stattfinden würde. Gut was stellt man sich darunter jetzt vor. Die Songs die Amon Amarth spielten waren alle samt geil, aber die Show litt unter dem schlechten Sound der Anlage, wo natürlich die Frage aufkommt, wie man den Sound so einer Anlage so derb verkacken kann. Auf der scheiß Truemetalstage dröhnt der Sound von irgendwelchen schwulen TrueMetal/PowerMetal Bands dir das Gehirn weg, und bei dem Act des Abends auf der BlackStage klappt das nicht, sehr schade. Wir standen so ungefähr auf Höhe des Mischpults und wir konnten uns ganz normal (Zimmerlautstärke) unterhalten, was sehr enttäuschen war. Und die Wikinger Show war auch nicht so prall wie angekündigt, na gut vielleicht haben wir einfach zu viel erwartet. Als Fazit kann man sagen die Show war in Ordnung (dank dem Hammer rumgepose von der Band), die Songs waren geil, aber der Sound versaute echt alles und vor allem unsere Stimmung des Abends. Lars war genau wie wir echt scheiße drauf, also haben wir den Abend oder besser die Nacht bis 5 Uhr noch in Alkohol ertränkt und mit ShiSha Rauch gewürzt.

Samstag 05.08.06

13:55 Uhr – Arch Enemy

Was eine Nacht. Am Samstag konnten wir mal „ausschlafen“, insofern so was überhaupt möglich ist auf einem Festival. Als Christian aus seinem Zelt stieg, wurde mir die Nacht zuvor noch mal ins Gedächtnis geholt. Es war kein Mensch was da aus dem Zelt kam, sondern eher ein Zombie. Bis Arch Enemy hieß es denn erstmal gammeln und Pfeife rauchen, das übliche halt. Dann ging es endlich los. Arch Enemy kamen auf die Bühne. Wobei ich eigentlich nicht damit gerechnet hatte, dass es so voll wird. Da wurde einem mal wieder bewusst dass viel zu viele Menschen auf dem Festival waren. Aber naja was solls, das Konzert war klasse, was die Frontdame da zusammen grunzt war schon nicht von schlechten Eltern. Die Front ist die pure Energie auf der Bühne, und schlecht aussehen tut die Dame ja auch nicht. Bis zum nächsten Konzert um 21:45 Uhr war dann erstmal „Mittag“ angesagt, und der übliche Genussmittelkonsum halt.

21:45 Uhr – Emperor

Emperor war eine der Enttäuschungen auf dem Wacken dieses Jahr für mich. Die versprochene Finsternis auf der Bühne wollte bei den ganzen schlecht gesungenen Clean – Vocals gar nicht erst aufkommen. Die Stimme von Samoth war eh nicht der Bringer an diesem Abend, aber was unsere Laune war schnell wieder oben, denn der Haupt-Act kam ja noch.

0:45 Uhr – Finntroll

Nach einer relativ kurzen Pause ging es dann auch wieder ab zum Festival Gelände. Finntroll war auf dem Plan. Genau wie im letzten Jahr war es über voll, nur diesmal spielten sie verdienter Maßen auf der Blackstage. Natürlich hat die Technik es um 2:00 Uhr morgens am letzten Tag mal gebacken bekommen die Lautstärke auf ein annehmbares Limit einzustellen, aber perfekt war es immer noch nicht, aber auf jeden Fall besser als bei Amon Amarth. Finntroll spielte alte Klassiker wie „Jaktens Tid“, aber auch neue Stücke aus dem Album „Nattfödd“. Alles sehr geile Songs. Schade war nur das der neue Sänger wohl nicht joiken kann (und Jonne [Korpiklaani] wohl nicht mehr da war, dadurch wurden diese Parts durch das Keyboard ersetzt, gerade bei „Jaktens Tid“ sehr schade. Das Konzert war aber trotzdem ein wahres Fest. Obwohl die Nackenwirbel nicht mehr ganz so mitspielen wollten, war headbangen angesagt; was tut man nicht alles für diese Band. Alles in Allem einer der besten Acts auf dem diesjährigen Wacken nach Korpiklaani versteht sich und ein klasse Abschluss des Festivals, was die Musik anbelangte. Danach ging es ab zum Zelt, ShiSha aufgebaut, Bier aufgemacht und angedampft.

Das war Wacken 2006. Wir sehen uns nächstes Jahr.

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